Immer wieder

Das 2026 verlief bisher gesundheitlich relativ ruhig. Gleichzeitig konnte ich verschiedene Tätigkeiten unternehmen oder gar wiederaufnehmen sowie neu starten.
Da ich nur noch 1x pro Woche Physiotherapie erhalte und bemerkt habe, dass dies eindeutig zu wenig Bewegung ist, habe ich mich entschlossen, 1x die Woche zum Training (Kraft, Ausdauer, Entspannung) der Krebsliga Zürich zu gehen. Bisher hatte ich die Gesellschaft mit anderen Krebspatienten nicht gesucht. Ich hatte Angst vor den Problemen der anderen, habe ich doch selbst genügend Herausforderungen. Das Gute an dem Training ist jedoch, dass es in einem Umfeld stattfindet, das mich versteht. Deshalb habe ich mich entschlossen, es zu versuchen.
Ich war sehr positiv überrascht. Die anderen Teilnehmenden sind meist positiv gestimmt, gegenseitig sehr unterstützend und man spricht auch über andere Themen. Man spürt auch, dass die Meisten sehr am Wohlergehen der anderen sind. Die Trainerin hat im Vorfeld gesagt, dass nur die Personen in diesen Kursen auftauchen, die positiv gestimmt sind und man die anderen dort gar nicht zu sehen bekommt. So ist es auch.
Des weiteren habe ich nach mehr als 3 Jahren wieder einmal eine Driving Range aufgesucht. In Arosa ist es ziemlich relaxed und da hatte ich den Mut es zu probieren. Zu meinem Erstaunen ist es besser gegangen als erwartet. Dies motivierte mich sofort, wieder zu üben (z.B. im Garten). Leider ist es in den ca. 4 Wochen, die seitdem vergangen sind, beim Wollen geblieben. Aber ich bleibe dran.
Ich lese gerade ein aus meiner Sicht sehr gutes Buch. Anstatt lesen würde ich es eher ver- oder bearbeiten nennen. Denn darin geht es um Analogien und Selbstreflektion. Es heisst "A Cup of ZEN".
Dabei bin ich unter anderen zum Schluss gekommen, dass ich den Vergleich von früher und heute, respektive das Ziel Dinge wieder wie früher zu können, z.T. ersetzen oder ablegen sollte, insbesondere da wo sie relativ unrealistisch sind. So habe ich Raum für Neues, meiner heutigen Situation Angepasstes.
In den letzten Wochen habe ich auch Neues gelernt, das ich faszinierend fand. So war ich z.B. an einem kurzen Akupressurkurs, einem Mockteilkurs oder in einer Klangschalentherapie.
Leider hatte ich in den vergangenen 2.5 Monaten auch wieder ein Déjà-vu. Vielleicht habe ich auch deshalb viel Abwechslung gebraucht. Wohl nicht "vielleicht", sondern ziemlich sicher.
Nach dem PET/CT Mitte Juli hatten die Ärzte wieder den Verdacht einer Progression und zwar wieder in den Lymphkoten der Lunge sowie im Bauchraum. Im Kopf ist alles stabil.
Aufgrund des Verdachtes einer Progression wurde eine Bronchoskopie geplant, inkl. Vollnarkose und einer Spitalübernachtung. Es dauerte aber sehr lange bis die von mir gewünschte Ärztin verfügbar war (bis Ende August). Somit dauerte auch die Zeit der Ungewissheit sehr lange. Letzte Woche hatten wir dann den Termin zur Besprechung der Resultate. Auch wenn die Zeitspanne gross war, gelingt es mir zum Glück mittlerweile gut im Hier und Jetzt zu leben und nicht zu viel zu grübeln.
In den zwei entnommenen Proben konnten keine Tumorzellen gefunden werden, es handelt sich wieder um Granulome (kleine Entzündungen). Wir sind sehr erleichtert. Was die Auffälligkeiten im Bauch betrifft, könnten es ebenfalls Granulome sein, oder auch nicht. Diese auf's Geratewohl zu Bestrahlen, möchte ich nicht. Wir haben somit entschieden im nächsten PET/CT, das bereits anfangs Oktober ansteht, zu schauen wie sich die Situation im Vergleich darstellt.
Das heisst für mich gut 2 Wochen Ruhe von den Krebsterminen. Gleichzeitig werde ich versuchen wieder zuzunehmen, da mein Gewicht auf nur noch 45 kg liegt. Man würde als gesunder Mensch niemals denken, dass dies trotz Appetit so schwierig ist. Dafür habe ich so volles und leicht gewelltes Haar wie in meinem Leben noch nie.



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